The Explorer’s Road

Experience England’s History and Culture up Close

A 300 mile self-drive touring route, highlighting hidden landmarks, traditional market towns, English experiences and much-loved countryside
For two thousand years the English have travelled a highway, known now as the A1 (or Great North Road), which connects north to south, creating the original 500km multi-stop touring route through the historic and cultural heart of the nation. This is a new opportunity and invitation for visitors to get to know the English by exploring their traditions and eccentricities, the much-loved countryside, and the hidden landmarks known only to local people.

It features characterful market towns bypassed by the A1 and therefore off the beaten track and largely unknown to international visitors. It presents icons of English culture such as a pint in the pub, afternoon tea, local stories and traditions. And it highlights gardens, stately homes, castles, collections and gorgeous countryside. A few better known historic cities give is a geographic anchor.

The first invitations to experience this new touring route went to our neighbours in Germany;

Oakham
Klein aber fein: Das ist Oakham. Diese historische Marktstadt hat nur eine Hauptstraße, die schon bald in grüne Felder führt. Dennoch ist Oakham eine Hauptstadt – die Hauptstadt von Englands kleinster Grafschaft, Rutland. Schlendern Sie durch die uralten Straßen und entdecken Sie den Charme längst vergangener und moderner Zeiten.

Diese relativ unbekannte Stadt mit ihrem traditionellen Marktplatz wird von Touristen auf ihrem Weg zu bekannteren Zielen oft übersehen. Doch die Erkundung dieser Stadt verspricht großartige Erlebnisse. Ziehen Sie auf eigene Faust los oder folgen Sie dem ausgeschilderten Stadtweg, der Sie durch diesen bunten architektonischen Mix aus Eisenstein, Schiefer und Kalkstein aus den örtlichen Steinbrüchen führt.

Die Sehenswürdigkeiten in dieser kleinen Stadt haben es in sich! Beginnen Sie bei der größten Kirche dieser kleinsten Grafschaft, All Saints. Der Kirchturm mit dem Wetterhahn, der als der älteste des Landes gilt, ist kilometerweit zu sehen. Im Inneren des eleganten Kirchenschiffs erwarten Sie fein gearbeitete, ungewöhnliche Schnitzereien von Adam und Eva, von Drachen, einem Fuchs, einem Pelikan und einem Affen. Die Uhr der Kirche wurde übrigens in der gleichen Werkstatt und zur gleichen Zeit wie die Uhr im Big Ben in London gefertigt.

Erkunden Sie nun eine der engen Gassen der Stadt, Church Passage. Zu Ihrer Rechten entdecken Sie die attraktiven alten Mauern der Oakham School. Diese können Sie allerdings nur von außen bewundern, denn Besucher sind in dieser altehrwürdigen Lehranstalt nicht erlaubt. Gehen Sie stattdessen weiter zum Butter Cross, einem achteckigen Gebäude mit einem auffallend spitzen Dach. Hier kauften und verkauften die Bewohner der Stadt einst Milch, Butter und Eier. Heute sind Händler auf dem nahen Marktplatz zu finden. Mittwochs und samstags können Sie hier lokale Erzeugnisse erstehen, viele davon aus biologischem Anbau. Am Butter Cross finden Sie auch den Schandstock der Stadt, der gleich fünf Löcher aufweist. Hier wurden Kleinkriminelle einst eingespannt, öffentlich bloßgestellt und beschimpft.

Eine weitere kleine Gasse bringt Sie zur Hauptattraktion der Stadt: dem 800 Jahre alten Oakham Castle. Dieses normannische Bauwerk war einst der Festsaal eines viel größeren Gebäudekomplexes. Es ist eines der besten Beispiele für Wohnarchitektur des 12. Jahrhunderts. Der riesige Saal im Inneren ist schlicht beeindruckend. Hier finden sogar noch immer Gerichtsverhandlungen statt, was Oakham Castle zum ältesten durchgehend genutzten Gericht des Landes macht. Auf keinen Fall dürfen Sie hier aber die Sammlung von Hufeisen verpassen – ganze 230 Exemplare zieren die Wände. Diese Tradition begann, als Angehörige des Hochadels dem Gutsherren von Oakham bei ihrem ersten Besuch ein Hufeisen zum Geschenk machten. Auch heute noch steuern Würdenträger bei Besuchen neue Exemplare bei. Wie Sie sehen werden, sind die Hufeisen mit der Öffnung nach unten aufgehängt. So wird (selbstverständlich!) verhindert, dass es sich der Teufel im Inneren bequem machen kann!

Kehren Sie anschließend in einen der wunderbaren Pubs an der High Street ein, z. B. in den Rutland Beast, wo leckeres lokales Bier ausgeschenkt wird. Noch mehr lokale Aromen erwarten Sie beim zweimal jährlich stattfindenden Food & Drink Festival (April und Oktober). Auch im Hochsommer herrscht auf den Straßen von Oakham Feierstimmung, wenn mit Vorführungen und Ausstellungen alle Arten von Künsten zelebriert werden.

Achten Sie am Übergang von der High Street zur Melton Road auf eine blaue Gedenktafel an einem kleinen reetgedeckten Cottage. Dies war das Zuhause von Jeffrey Hudson, einem von Oakhams Helden des 17. Jahrhunderts. Passend zu dem kleinen Haus war auch Jeffrey enorm klein. Mit 30 war er 46 cm groß, später wuchs er bis auf 114 cm. Der Legende nach wurde Jeffrey bei einem Festmahl für Karl I. im Jahr 1626 für einen gefühllosen Witz missbraucht. Er musste sich in einer großen Pastete verstecken und auf Kommando vor dem König hinausspringen! Dennoch hat es Jeffery letztlich allen gezeigt! Die Frau des Königs, Henrietta Maria, war derart von dem kleinen Mann fasziniert, dass sie ihn bat, ihr Hofnarr zu werden. Jeffery akzeptierte und wurde schließlich sogar für seine Verdienste zum Ritter geschlagen. Um die Ecke liegt der Bahnhof von Oakham. Modelleisenbahnenthusiasten wird das Signalstellwerk aus dem Jahr 1899 bekannt vorkommen. Das liegt daran, dass der Hersteller Hornby dieses für seine Modellhäuser kopierte.

Im Rutland County Museum an der Catmos Street wird Ihnen das letzte existierende Exemplar eines Galgens mit Plattform-Mechanismus aus dem Jahr 1813 einen Schauer über den Rücken jagen. Das System wurde entwickelt, um Hinrichtungen schneller zu machen, versagte in dieser Beziehung aber häufig auf ganzer Linie. Wenn die Verurteilten einst durch die Stadt gefahren wurden, erblickten sie den Galgen erstmals von der Brücke mit dem passenden Namen Swooning Bridge (Ohnmachtsbrücke). Heute steht an der einstigen Hinrichtungsstelle ein geisterhafter Kreis aus Bäumen. Im Museum finden Sie außerdem eine Sammlung von bis zu 150 Jahre alten Landwirtschaftsgeräten. Zwischen all den Dreschmaschinen, Pflügen, Butterfässern und Heuwagen wird deutlich, dass Ackerbau und Viehzucht ein integraler Bestandteil des Charakters dieser Stadt sind – das Herzblut Oakhams liegt also praktisch in den umliegenden Landschaften.

Und diese sollten Sie unbedingt erkunden. Richten Sie Ihren Feldstecher am nahen See Rutland Water auf die enorm vielfältige Vogelwelt und mit etwas Glück werden Sie die hier erfolgreich wiedereingeführten Fischadler erspähen. Wasservögel lassen sich auch bei einer Bootsfahrt auf der Rutland Belle beobachten. Achten Sie hier auch auf die Kirche von Normanton, die von Ingenieuren vor dem Untergang im See bewahrt wurde und auf dem Wasser zu schweben scheint.

Fast 40 Mini-Gärten mit einem jeweils eigenen Thema lassen sich in den Barnsdale Gardens erkunden. Entdecken Sie dann in malerischen Dörfern wie Braunston und Hambleton, wo honigfarbene Stein-Cottages mit Reetdächern von Kletterrosen geschmückt sind, warum das Motto der Grafschaft Rutland „Multum in Parvo“ lautet: Viel in Wenig. Oakham ist eine Stadt in einer kleinen Ecke Englands, die beweist, dass größer nicht immer besser bedeutet!

Uppingham
Uppingham versteckt sich in der grünsten Ecke der englischen Landschaft und ist auch vielen Briten kein Begriff. Doch in dieser wunderschönen Stadt dominieren Tradition und Geschichte zwischen honigfarbenen Steinhäuschen an einem uralten Marktplatz.

Seit 800 Jahren bringen Bauern ihre Tiere und Erzeugnisse auf diesen Platz, der heute von gemütlichen Cafés, wunderbaren Pubs, eleganten Hotels und einzigartigen Fachgeschäften umgeben ist. Auch wenn Sie vermutlich keinen brandneuen Kochtopf kaufen möchten, sollten Sie dennoch dem Eisenwarenhändler Norton‘s einen Besuch abstatten. Sie erkennen den Laden am traditionellen Handpflug über der Türe. Bereits seit 250 Jahren kümmert man sich hier um die Kundschaft!

Freitags wird Uppingham von den Rufen der Marktschreier erfüllt, die ihre köstlichen Delikatessen anpreisen: von Wildfleisch über Schweinepasteten bis zu Fasanen. Und wenn Sie in der Vorweihnachtszeit hier sind, werden Sie ein einzigartiges Stück Geschichte erleben: Englands letzte Schlachtviehschau auf einem Marktplatz – ein jährlicher Schönheitswettbewerb für Tiere. Folgen Sie den Einheimischen anschließend in das Falcon Hotel aus dem 16. Jahrhundert, das über dem Marktplatz thront. Dort findet traditionell die Abschlussfeier der Schau statt, inklusive weihnachtlicher Stimmung. Die Menschen hier sind überaus freundlich und so werden Sie Bauern mit Schirmmützen und Damen in Gummistiefeln jederzeit mit einem Gruß willkommen heißen. Zudem erwartet Sie in den Straßen eine einmalige Blumenpracht, denn Uppingham sichert sich regelmäßig den regionalen Titel beim landesweiten Wettbewerb „Blühendes Britannien“.

Gehen Sie durch die winzige „Jitty“– so nennen die Einheimischen kleine Gassen – vom Marktplatz zur friedlichen Kirche St Peter & St Paul aus dem 14. Jahrhundert. Diese wurde auf den Überresten einer normannischen Kirche errichtet und sorgt mit ihren schlanken Säulen im Kirchenschiff für ein großartiges Raumgefühl. Achten Sie auf die vier angelsächsischen Skulpturen in den Wänden und auf das moderne Gemälde der Madonna mit Kind inmitten der Landschaft von Rutland.

Ein kleiner Durchgang bei der Kirche führt zur Grammar School, einem erhabenen Gebäude aus dem Jahr 1584, das heute die Privatschule Uppingham School beherbergt. Während der Schulferien werden geführte Touren durch das Gewirr von Räumen, Türmchen und Säulengängen angeboten. Diese Schule steht den Universitäten von Oxford oder Cambridge visuell in nichts nach und so überrascht es kaum, dass Szenen für die Harry-Potter-Filme hier gedreht wurden. Sie folgen in diesen Hallen zudem den Fußspuren berühmter Schauspieler wie Boris Karloff (der originale Frankenstein), Rowan Atkinson (Mr. Bean) und Stephen Fry (Oscar Wilde), die hier zur Schule gingen. Im Schulgebäude ist eines der größten Privattheater des Landes untergebracht, wo auch herausragende Klassikkonzerte stattfinden. Ein Blick auf das Programm mit öffentlichen Vorstellungen lohnt sich auf jeden Fall.

Weiter geht es zur Goldmark Gallery in der Orange Street, einer der besten Ausstellungsorte in ganz England. Die Sammlung, die Sie in diesen entspannten Räumen erwartet, ist schlicht atemberaubend. Unter den 50.000 Stücken hier sind Werke von Picasso, Goya, Rembrandt, Dürer, Eric Gill, Graham Sutherland und Henry Moore zu finden – nicht schlecht für ein kleines verschlafenes Städtchen! Sie werden hier nicht gedrängt, etwas zu kaufen und wenn Sie um die Mittagszeit vorbeischauen, stehen die Chancen gut, dass Ihnen der Besitzer Mike Goldmark eine Tasse Tee und ein Sandwich anbietet. Dieser stets gelassene Visionär lud Garri Kasparov einst ein, sich in Uppingham bei Trainingsspielen auf die Weltmeisterschaft vorzubereiten. Und Kasparov nahm die Einladung an!

In der North Street wartet anschließend Tod’s Piece, eine offene Fläche mit einem Spielplatz für die Kinder. Der Legende nach wettete ein Mann namens Tod, dass er das ganze Feld in einem Tag mit der Sense mähen konnte. Er gewann seine Wette! Allerdings war er so erschöpft, dass er auf der Stelle tot umfiel. Zurück auf der High Street gilt es nun Kunsthandwerksläden und Second-Hand-Buchgeschäfte zu durchstöbern. Gönnen Sie sich dann bei einer der traditionellen Bäckereien unbedingt eine leckere Pastete.

Auch in Uppinghams naher Umgebung wird einiges geboten. Ein paar Kilometer südlich liegt Stoke Dry, ein winziger Flecken mit nur 14 Häusern und der unerwartete Schauplatz von zwei „explosiven“ historischen Ereignissen. Der Legende nach erarbeitete Everard Digby – einer der Verschwörer des Gunpowder Plot, bei dem 1605 die Houses of Parliament in die Luft gesprengt werden sollten – seinen Plan hier in einem kleinen Raum über der Pforte der Kirche St Andrew’s. Wenn Sie dieser Geschichte keinen Glauben schenken möchten, genießen Sie einfach die Wandgemälde mit Gestalten, die mit ihrem federreichen Kopfschmuck aussehen wie Ureinwohner Nordamerikas. Am Fuß des Hügels liegt der lange, schmale Stausee Eyebrook Reservoir. Hier übte Guy Gibsons 617 Squadron von Lancaster-Bombern – auch als die Dambusters bekannt – Bombenabwürfe, bevor am 16. Mai 1943 die Dämme im Ruhrtal angegriffen wurden.

Im wunderbaren Dorf Lyddington wartet das mittelalterliche Bede House. Dieser kleine Palast wurde von den Bischöfen von Lincoln bei ihren Reisen durch die Diözese genutzt. Die wunderschön geschnitzte Brüstung und der Wachturm in der Mauer sind besonders sehenswert. Um das Jahr 1600 machte der Sohn von Sir William Cecil (dem Berater von Elisabeth I.) das Gebäude zu einem Armenhaus, in dem „12 arme Menschen über 30 Jahren Zuflucht finden sollten, die frei von Verrücktheit, Lepra und Syphilis sind“. Erkunden Sie die winzigen Zimmer mit offenen Feuerstellen und kleinen Fenstern, in denen diese Menschen lebten und ihrer einzigen Aufgaben nachkamen: für ihren Gönner zu beten.

Ein weiteres Wahrzeichen der Region ist das herausragende Harringworth Eisenbahnviadukt. Mit eleganten Bögen überspannt es den mäandernden Fluss Welland auf einer Strecke von ca. 1,5 km. Die Bahnlinie hier wird häufig von Dampfzügen genutzt und mit etwas Glück werden Sie eine berühmte Lokomotive entdecken, vielleicht sogar Flying Scotsman.

Zurück in Uppingham, am Marktplatz, wartet dann The Vaults, ein historischer Pub aus dem 17. Jahrhundert, mit gemütlichen Sofas, freiliegenden Deckenbalken und offenen Kaminen. Ein idealer Ort, um bei einem Glas des örtlichen Biers all die Höhepunkte Ihres Aufenthalts Revue passieren zu lassen.